Beirat legt Empfehlung zur guten Praxis des Deutschlandstipendiums vor

Das Deutschlandstipendium hat eine neue Förderkultur in Deutschland begründet. Viele Hochschulen haben erfolgreich Neuland damit betreten. Im Interview erklärt der Beiratsvorsitzende Thomas Sattelberger, warum es sich für die Hochschulen lohnt, das Deutschlandstipendium auch in den hochschuleigenen Code of Conduct einzubinden oder zum Anlass dafür zu nehmen, einen solchen zu verabschieden.

Thomas Sattelberger am RednerpultThomas Sattelberger, Vorsitzender des Beirates Deutschlandstipendium.
Foto: © BMBF 2014
Herr Sattelberger, der Beirat hat eine Empfehlung zur guten Praxis des Deutschlandstipendiums vorgelegt. Worum geht es dabei und was war der Anlass? 

Die Zusammenarbeit mit privaten Förderern war zu Beginn des Deutschlandstipendiums natürlich noch Neuland. Heute können wir feststellen, dass die Hochschulen überwiegend zu einer sehr guten Anwendungspraxis gefunden haben. Diese Entwicklung ist erfreulich und soll mit den erarbeiteten Empfehlungen gefördert werden. Darum haben wir uns in der Hochschullandschaft umgesehen und die besten Beispiele für das Zusammenwirken von Hochschulen, Förderern und Geförderten mit dem Deutschlandstipendium ausgewertet.

Der Beirat Deutschlandstipendium hat Empfehlungen etwa mit Blick auf die Gestaltung der Auswahlverfahren, Beteiligungsmöglichkeiten der Förderer und die Rechte von Stipendiatinnen und Stipendiaten formuliert. Wie sind Sie vorgegangen?

Wir haben eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die im Umgang mit dem Deutschlandstipendium und anderen Arten der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Privaten auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann. Sie kennt die verschiedenen Blickwinkel von Hochschulen, Studierenden und Förderern und bringt diese Expertise in ihre Arbeit ein. Diese Vielfalt der Perspektiven war uns wichtig.

Die Empfehlungen anhand der guten Beispiele aus der Praxis ebenso wie die Empfehlung eines eigenen Code of Conduct sind unverbindlich. Werden sie bei den Hochschulen Anklang finden?

Die meisten Hochschulen praktizieren das zugrundeliegende Leitbild ohnehin. Anderen kann es Anregungen für die Entwicklung eigener Codes of Conduct geben.

In den vom Beirat formulierten Leitlinien geht es auch um die Rolle der privaten Mittelgeber, die im Rahmen des Stipendiums zunehmend als Mentoren in Erscheinung treten und Einblicke in die Wirtschaft bieten. Wie zufrieden sind Sie mit dem Engagement der Unternehmen?

Für alle Beteiligten erweist sich das Deutschlandstipendium als gute Basis, um gegenseitig von den Erfahrungen und Kontakten zu profitieren. Viele Hochschulen und Förderer haben hier bereits eine Menge geleistet, um das Programm abzurunden und den Stipendiatinnen und Stipendiaten über die finanzielle Förderung hinaus Anregungen zu bieten. Natürlich ist es auch eine gute Gelegenheit für die fördernden Unternehmen, sich begabten und leistungsfähigen Nachwuchskräften partnerschaftlich vorzustellen.

Wie steht es denn heute, drei Jahre nach Einführung des Programms, um die deutsche Stipendienkultur?

Knapp 13.900 Stipendien im zweiten Programmjahr sprechen für sich! Dennoch braucht eine neue Stipendienkultur Zeit, um sich zu etablieren und zu wachsen.

Was wünschen Sie sich für die Stipendienkultur in unserem Land? Haben Sie eine Vision für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass alle Beteiligten genügend Selbstbewusstsein entwickeln, um das Engagement von Wirtschaft und Gesellschaft für die akademische Bildung als Chance und Bereicherung wahrzunehmen.

Lesen Sie hierzu auch den Beitrag Beirat Deutschlandstipendium verabschiedet Empfehlungen für die Förderpraxis.

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