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Bester Spendensammler fürs Deutschlandstipendium
Hochschulrektor der Universität Duisburg-Essen ist Fundraiser des Jahres. Mit Professor Ulrich Radtke ist erstmals ein Hochschulrektor mit dem Deutschen Fundraising Preis ausgezeichnet worden. Die Hochschule punktete vor allem bei der Mittelakquise für das Deutschlandstipendium.
Prof. Dr. Ulrich Radtke (2. v. l.) nimmt den Deutschen Fundraising Preis von Matthias Buntrock, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Fundraising Verbands, und Laudator Dr. Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, entgegen. Hans-Joachim Eisenschmidt moderiert
(v. r.).Seit 1998 würdigt der Deutsche Fundraising Verband besondere Leistungen bei der erfolgreichen Einwerbung von Mitteln. Der renommierte Deutsche Fundraising Preis wurde jetzt erstmals an einen Hochschulrektor verliehen. Professor Ulrich Radtke gilt als Wegbereiter für das Fundraising an deutschen Hochschulen. Wir sprachen mit ihm über erfolgreiche Mittelakquise in einer Region, die einen enormen wirtschaftlichen Strukturwandel zu bewältigen hatte.
Herr Professor Radtke, Deutschland- stipendiatinnen und -stipendiaten an ihrer Universität können sich offenkundig glücklich schätzen, einen Rektor als Fundraiser zu haben. Wie viel Zeit bleibt Ihnen neben Ihren anderen Aufgaben eigentlich noch für das Werben um Spenden?
Als Leiter einer Hochschule ist man heute ehrlicherweise einfach immer auch Fundraiser – ganz unabhängig vom Deutschlandstipendium. Fundraising gehört längst als fester Baustein an alle deutschen Hochschulen. Für die erfolgreiche Akquise von Fördergeldern braucht es jedoch ein gutes Team, bei dem jeder einzelne seine Netzwerke in Politik und Wirtschaft aktiviert. Ohne das volle Engagement der Kollegen aus den Fakultäten wäre der Erfolg nicht denkbar gewesen.
Das Ruhrgebiet hatte einen enormen wirtschaftlichen Strukturwandel zu bewältigen. Da überlegt sich sicher jeder dreimal, wie er sein Geld investiert. Mit welchen Argumenten überzeugen Sie die Förderer zu spenden?
Zunächst einmal ist es wichtig, Multiplikatoren zu gewinnen, die gut über das Vorhaben sprechen. Wir haben glücklicherweise einen sehr guten Zusammenhalt in der Region und konnten etwa die Industrie- und Handelskammer als Botschafterin gewinnen, das war schon die halbe Miete. Die IHK sitzt bei uns übrigens auch neben den Fakultäten in der Auswahlkommission und redet bei der Stipendienvergabe mit. Kleine und mittlere Unternehmen überzeugen wir damit, dass sie durch die Unterstützung einer Stipendiatin oder eines Stipendiaten gute Kontakte zur Hochschule bekommen. Viele Förderer freuen sich, wenn sie durch unseren Campus laufen und ihren Namen auf Dankesplakaten verewigt sehen. Sehr glücklich sind wir über das besonders großzügige Engagement zweier Unternehmen aus der Region: So finanziert das Duisburger Unternehmen Grillo 60 und das Essener Unternehmen Deichmann 50 Deutschlandstipendien.
Welche Kriterien sind Ihnen bei der Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten besonders wichtig?
Mehr als 50 Prozent unserer Stipendiatinnen und Stipendiaten kommen aus einem Elternhaus ohne akademischen Hintergrund oder aus Zuwandererfamilien. Das ist kein Zufall, sondern ein zentrales Anliegen. Wir fühlen uns der Bildungsgerechtigkeit verpflichtet und legen großen Wert darauf, Bildungsaufsteiger zu fördern. Das Deutschlandstipendium ist dabei ein besonders geeignetes Instrument zur Förderung von Talenten, die neben guter Leistung auch durch soziales Engagement auffallen. Unsere Stipendiatinnen und Stipendiaten haben schon jetzt beachtliche Lebensleistungen vollbracht und unsere Förderer sehen das ganz offenkundig auch so.
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