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Auf Erfolgskurs: Deutschlandstipendium stärkt Hochschulstandorte
Das Deutschlandstipendium füllt sich mit Leben: Rund 14.000 Studierende wurden 2012 gefördert. Damit hat sich die Zahl gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Rektoren, Studenten, private Stifter, Unternehmer – sie alle geben dem Programm ein Gesicht und legen damit den Grundstein für eine neue Stipendienkultur in Deutschland
Netzwerke, auch über die Region hinaus: Das Deutschlandstipendium bringt junge Talente, Förderer und Hochschulen ins Gespräch. Foto: © BMBF 2013Mit Krawatte am DJ-Pult, die eine Hand am Plattenteller, die andere am Kopfhörer – so sieht es aus, wenn Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität Frankfurt, die Werbetrommel fürs Deutschlandstipendium rührt. In einer Frankfurter Diskothek legt der gebürtige Österreicher regelmäßig seine liebsten Hits aus der Heimat auf.
Mit seinem ungewöhnlichen Engagement begeistert der Professor für Pharmazeutische Chemie nicht nur das Publikum, er verfolgt auch eine Herzensangelegenheit: "Ich wünsche mir, dass es gelingt, das Deutschlandstipendium sowohl finanziell als auch ideell auszubauen. In fünf Jahren möchte ich, dass tausend Studierende ein solches Stipendium bei uns erhalten." Nur zu gut weiß der 51-Jährige, wie wichtig es ist, dem neuen Programm ein Gesicht zu geben und damit seine Bekanntheit zu steigern. Das Stipendium dürfe sich nicht nur auf eine monatliche Kontobewegung beschränken, vor allem der ideelle Austausch trage zum Erfolg bei. Daher begleiten Hochschulen wie die Goethe-Universität Frankfurt oder die Hochschule Niederrhein in Krefeld das Modell mit Projekten, Veranstaltungen und Aktionen, die Förderer, Stipendiatinnen und Stipendiaten regelmäßig zusammenbringen.
Neue Netzwerke für junge Talente
Das Deutschlandstipendium soll den Grundstein für eine neue Stipendienkultur in Deutschland legen, so die Absicht von Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Das scheint zu gelingen. Von Kiel bis Konstanz entstehen um das Deutschlandstipendium herum neue Netzwerke, schließen sich Hochschulen und Förderer zusammen, um den Fachkräftemangel anzugehen, und eröffnen so neue Zugänge zur Praxis für viele junge Talente. Die gemeinsame Förderung von Bund und Privat kommt Studierenden aus allen Gesellschaftsschichten zugute, rund ein Viertel der mit dem Deutschlandstipendium Geförderten bezieht BAföG. Spitzenreiter bei den absoluten Stipendienzahlen ist Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg. Rund drei Viertel der staatlich anerkannten Universitäten und Fachhochschulen beteiligen sich. Viele Hochschulen haben ihr Stipendienkontingent bereits zum zweiten Mal ausgeschöpft. Auch vermeintlich strukturschwache Regionen entdecken das Potenzial des Deutschlandstipendiums: "Gemeinsam können wir zeigen, dass in unserer Region einiges passiert und damit kluge Köpfe für uns gewinnen, die wir möglichst auch halten", freut sich Günther Vahrson, Präsident der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde in Brandenburg, der bei potenziellen Förderern mit der Bitte um Unterstützung offene Türen einrannte. Vom mittelständischen Busunternehmen bis zum Energiedienstleister – sie alle fördern Nachwuchstalente.
Sehr viel mehr als Nachwuchswerbung
Großunternehmen wie BASF, Deutsche Bahn oder die Telekom AG unterstützen allein bis zu 360 Stipendiaten. "Das Stipendium ist eine ideale Gelegenheit, frühzeitig mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen", erklärt Alexander Hohlfeld, der einer von zahlreichen Mentoren bei der Deutschen Bahn ist. Der Konzern hat für das Deutschlandstipendium ein hauseigenes Mentorenprogramm auf die Beine gestellt, in dem weltweit rund 300.000 Mitarbeiter zählenden Unternehmen haben die Deutschlandstipendiaten stets einen persönlichen Ansprechpartner.
Es sind bei weitem nicht nur die großen Unternehmen, die die Stipendienkultur beleben. Zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen sehen im Deutschlandstipendium ein hilfreiches Instrument. Dabei geht es meist um mehr als um Nachwuchswerbung. "Für 1.800 Euro im Jahr komme ich an interessante Lehrstühle heran, kann Kontakte knüpfen, Studierenden Praktika anbieten und ein Jahr fördern. Die andere Hälfte gibt ja der Staat dazu, und dann kann ich meinen Anteil auch noch von der Steuer absetzen. Am Ende ist das ein Gewinn für alle Seiten: Ich bringe jungen Leuten was bei, und die bringen frischen Wind in mein Unternehmen", fasst der Berliner Unternehmer Thomas Dankwart zusammen.
Aktuelle Zahlen sowie statistische Daten zur Stipendienentwicklung und zur Verteilung auf die Bundesländer finden Sie in der Pressemitteilung vom 24. Mai 2013.
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